Uganda Reisebericht: Teil 4 - im Somero Center

Somero Gradnation-Feier, Dezember 2017, Uganda (© Somero + Brühl Stiftung)
Somero Gradnation-Feier, Dezember 2017, Uganda (© Somero + Brühl Stiftung)

Fortsetzung...

(von Ricardo Tell)

 

Der nächste Tag steht unter dem Zeichen der Somero-Zeugnisverleihung (Graduation). Wir treffen um 9 Uhr im Somero Center ein und staunen über den geschmückten Hof, Stühle sind aufgestellt, Frauen laufen in Kleidern und Roben herum - ganz im Stile von Absolventen in den USA. Der Tag beginnt jedoch abermals mit einem Meeting, wobei wir die Ehre haben, mit dem Commissioner für Gender-Gleichheit und Recht aus dem Ministerium für Gender, Arbeit und soziale Entwicklung über die grundsätzliche Lage Ugandas zu reden.

 

Die Graduierungsfeier ist sehr aufwändig. Es läuft laute Musik, es wird getanzt, die AbsolventInnen des Schneiderkurses präsentieren eine Fashionshow, die Friseurinnen zeigen ihre beste Haarkunst und es wird gesungen. Auch die Ankündigung des Teams von Somero-Deutschland, also uns, darf nicht fehlen; wobei wir uns, wie übrigens auch der Commissioner, mit einer nicht vermeidbaren Tanzeinlage vorstellen müssen. Anschließend werden die Zeugnisse einzeln überreicht und Fotos geschossen. Es wird eine Torte angeschnitten und zu Mittag gegessen. Wir alle freuen uns darüber, dass das gesamte Areal des Somero Centers voller Menschen ist. Man spürt, wie das Center von der Community in dem Viertel angenommen wird und welche Bedeutung es für sie hat. Wir erfahren, dass Eltern gerne ihre Kinder in das Somero Cemter schicken, da sie wissen, dass sie dort in einem guten, sicheren Umfeld sind und nicht mit Drogen und Gewalt in Berührung kommen. 

Das Abendessen wird für ein weiteres Meeting genutzt mit Tom Kakaire, einem weiteren Vorstandsmitglied des Someroteams in Uganda. Tom arbeitet in einem Institut für „infectous deseases“ und hat spannende Informationen über das Gesundheitssystem in Uganda zu berichten.

 

Der vorletzte Tag unseres Ugandaaufenthalts steht an und wir sitzen im Bus zum Lake Victoria, dem größten Süßwassersee Afrikas. Alle Mitarbeiter von Somero und wir nutzen den Tag, um in einem Resort am See auf das Jahr zurück zu blicken und den Tag zu genießen. Die Stimmung während der Busfahrt ist dementsprechend super und es wird Musik gehört und gesungen. Nach der Fahrt, die statt den angekündigten 2 Stunden 5 Stunden dauerte, frühstücken wir und ich werde mehr oder weniger zwangsverpflichtet, mit meiner Handykamera unzählige Bilder und Selfies zu machen. Dann sitzen wir in einem Stuhlkreis zusammen und 5 Personen schildern ihre persönlichen Jahreshöhepunkte, wobei es sehr emotional wird. Es ist bewegend, was junge Menschen, die im selben Alter sind wie ich, schon erleben mussten, wie sie das Leben wahrnehmen und aus tiefem Herzen dankbar sind, solch eine Chance, wie sie Somero ihnen bietet, nutzen zu können. 

 

Anschließend gibt es Geschenke, wobei mir meins in alter Tradition von einer Frau kniend überreicht wird. Der Höhepunkt des Tages ist die Wahl des „Mitarbeiters des Jahres“, der sich über ein Preisgeld und ein weiteres Geschenk freuen darf. Danach spielen wir Beachvolleybar und Fußball, wobei ich wieder einmal spüre, wie gut Sport verbindet. Am späten Nachmittag fahren wir wieder nach Kampala zurück, wobei wir eigentlich abends noch feiern gehen wollen; aber der Tag war so anstrengend, dass wir, zu Hause angekommen, direkt ins Bett fallen und schlafen. 

 

Fortsetzungen : 

Teil 1 - Anreise

Teil 2 - im Murchison Falls Nationalpark

Teil 3 - Arbeiten im Slum

Teil 5 - unterwegs in Kampala