Uganda Reisebericht: Teil 1 - Anreise

Es ist viertel vor 5, ich hatte 2 Stunden Schlaf, der Radiowecker krächzt mit voller Lautstärke und trotzdem bin ich hellwach und gut gelaunt - eigentlich unmöglich; jedoch an einem Morgen, an dem eine Reise ansteht, für mich selbstverständlich. Und heute ist so ein Morgen. Der Rucksack ist gepackt, die Wohnung ausnahmsweise aufgeräumt und geputzt und die Vorfreude auf Uganda nimmt mit jeder Minute zu.

 

Am Flughafen angekommen, treffe ich mich mit meiner Mutter. Auch sie ist so wach, wie ich sie in den letzten 3 Jahren noch nie um kurz vor 6 gesehen habe; auch wenn ich ihr ansehe, dass sie sich schönere Dinge als die bevorstehenden ca. 9 Stunden Flugzeit vorstellen könnte. Aber zunächst beschränkt sich die Zeit im Flieger auf eine Stunde bis nach Brüssel. In Brüssel angekommen, treffen wir mit dem Rest unserer Reisegruppe zusammen: Janna und Lina, Vorstandsmitglieder von Somero e.V.. Die Reise ist eine Projektreise des Vereins, um ein von der Bingo-Stiftung finanziertes Projekt bei der Partnerorganisation Somero Uganda zu begutachten, die Finanzen zu besprechen und einen Blick auf künftige Projekte zu werfen. Meine Mutter ist ebenfalls im Vorstand von Somero e.V.. Ich fliege aus Interesse mit.

 

10 Tage Afrika. Absurd. Aus ökologischer Perspektive darf man den Trip bestimmt nicht betrachten. Aber so ist das, wenn meine 3 Begleiterinnen im Alltag einem festen Job nachgehen, um sich und, im Falle meiner Mutter, auch noch einem geldlosen Studenten wie mir, so eine Reise zu finanzieren. Länger funktioniert das nicht.

Nach einem ruhigen Flug in Entebbe angekommen, geht es überraschend zügig durch die gut organisierte Einreisekontrolle; das Gepäck läuft schon abholbereit auf dem Gepäckband und im Handumdrehen können wir den Flughafen verlassen. Das kenne ich aus Bénin, Westafrika, aber anders.

 

Vor dem Ausgang des Flughafens nimmt uns ein Fahrer in Empfang, der uns zu unserer Unterkunft, dem Via Via 

Via Via Guesthouse, Entebbe (Uganda), 2017 (© Brühl Stiftung)
Via Via Guesthouse, Entebbe (Uganda), 2017 (© Brühl Stiftung)

Guesthouse, fährt. Auf dem Weg durch schmale, unbefestigte, dunkle Straßen, stelle ich mir vor, alleine unterwegs zu sein, und ich muss gestehen, ich wäre etwas nervös. So fremd wie hier habe ich mich selten gefühlt, trotz meiner Reiseerfahrungen durch Bénin (Westafrika) und Asien. Im Guesthouse angekommen, werden uns die außerordentlich sauberen Zimmer gezeigt und wir genießen das erste Bier an der Bar. Wir sind in Afrika.

 

Vom Flug erholt und gestärkt durch ein wundervolles Frühstück, bestehend aus Pancakes, frischem Obst und Tee unter der schon warmen Morgensonne, sitzen wir nun, am nächsten Morgen, im Auto zum Murchison Falls Nationalpark. Während wir darüber nachdenken, dass wir für die ca. 350 Kilometer etwa 4-5 Stunden brauchen sollten, sind wir dabei, die Hauptstadt Kampala zu durchqueren, und müssen ernüchternd feststellen, dass eine seriöse Vorhersage der Fahrtzeit unmöglich ist. Der Verkehr in Kampala ist nicht vorstellbar, bevor man ihn nicht mit eigenen Augen gesehen hat; deswegen spare ich mir jeden Versuch der Beschreibung. Letztendlich sind es 9 Stunden Fahrtzeit und jeder kann sich selbst seine Gedanken über den Verkehr und die Straßenverhältnisse machen.

 

Fortsetzungen :

Teil 2 - im Murchison Falls Nationalpark

Teil 3 - Arbeiten im Slum

Teil 4 - im Somero Center

Teil 5 - unterwegs in Kampala