Wie verlief das Wirtschaftsjahr 2013/2014 in Uganda?

Trotz großer Herausforderungen aufgrund der Unruhen in den Nachbarregionen ist Ugandas Wirtschaftsleistung weiterhin stabil. Die Wirtschaftsleistung betrug im vergangenen Wirtschaftsjahr, das im Juli 2014 endete, 5,7 % und wird laut aktuellem Länderbericht des Internationalen Währungsfonds* für das nächste Haushaltsjahr auf 6,1 % prognostiziert.

 

Die positive Wirtschaftsleistung ist überwiegend auf Staatsausgaben und gestiegene Exportleistungen zurückzuführen. Der Anteil des privaten Sektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lässt weiterhin zu

wünschen übrig. Hier muss dringend etwas getan werden, besonders im Landwirtschaftssektor, in dem die meisten Arbeitskräfte tätig sind, dessen Anteil am BIP aber mit 25 % am niedrigsten ist. 

 

Die jährliche Inflationsrate (Verbraucherpreisindex) ist mit 6,9 % um 1 Prozentpunkt gestiegen gegenüber dem Vorjahr, die Jahresteuerungsrate (d.h. Inflationsrate ohne Nahrungsmittel und 

 

Energiekosten) sank um 1,2 % auf 5,4 %. Gründe waren u.a. die Aufwertung der Währung sowie moderatere Nahrungsmittelpreise. 

 

Das Haushaltsdefizit hingegen lässt aufhorchen, denn es ist wegen geringerer Steuereinnahmen von -3,4 % in 2012/2013 auf -4,8 % in 2013/2014 gestiegen. Handelseinbußen und Ausfälle von Überweisungen von im Ausland lebenden Ugandern mussten aufgrund der Krisensituationen in den Nachbarländern Südsudan und Kongo hingenommen werden. Die Staatsausgaben hingegen sanken nicht, sondern die vom Parlament genehmigten Ausgaben sind auch getätigt worden. Ferner stiegen die Militär- und Verteidigungsausgaben sowie Kosten für Flüchtlingsaufnahme aufgrund der oben genannten Krisensituationen in den Nachbarländern. 

 

Das Defizit muss hauptsächlich mit Krediten entweder bei einheimischen oder bei ausländischen Banken sowie durch Auslandsdirektinvestitionen und dem Verzehr ausländischer Währungsreserven ausgeglichen werden. Ugandas Währungsreserve ist aufgrund gestiegener Exporte positiv. Mehreinnahmen durch internationale Entwicklungshilfegelder sind jedoch wegen der politischen Lage (Stichwort: Gesetz gegen Homosexuelle) nicht zu erwarten; eher das Gegenteil ist der Fall: Zugesagte Gelder sind eingefroren worden.

 

Um das Haushaltsdefizit im kommenden Wirtschaftsjahr 2014/2015 zu minimieren, müsste die Regierung ihre Ausgaben senken und die vorhandenen Steuergesetze zur Erhöhung der Einnahmen durchsetzen. In der Tat hat sie bereits Maßnahmen zur effizienteren Steuereintreibung angekündigt. Auf der Ausgabenseite stehen jedoch Investitionen für die zwei Wasserkraft-Großprojekte Karuma und Isimba an. Der Baustart hat sich aufgrund von Schwierigkeiten bei der Kreditbeschaffung verzögert. Gespräche mit der chinesischen Eximbank laufen derzeit. Weitere Verzögerungen würden die Ausgaben in die Höhe treiben.

 

Staatsausgaben sollten also gesenkt werden. Doch in 2015 beginnt der Wahlkampf für die in 2016 anstehenden Präsidentschaftswahlen....

 

Wachstumspotenzial wird in der anstehenden Implementierung der Ostafrikanischen Gemeinschaft (Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi) gesehen. Handelsschranken innerhalb der Mitgliedstaaten sollen bereits 2015 fallen. Die sinkenden Kosten bei den Warenströmen, die Einführung von Personalausweisen, die zu einer erhöhten Arbeitskräftemobilität führt, und Ausweitung von Infrastrukturmaßnahmen lassen auf ein verbessertes Investitionsklima hoffen, das zu einem weiteren Wirtschaftswachstum führen soll. 

 

*IMF Country Report 14/195 - Uganda; Washington, July 2014

 

 

 

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