Wissen Sie, wie hoch das Wirtschaftswachstum Benins ist?

Cotonou (© Brühl Stiftung)
Cotonou (© Brühl Stiftung)

Die Prognosen für ein stabiles Wirtschaftswachstum in Benin sind laut aktuellem Bericht des Internationalen Währungsfonds* positiv: für 2013 und 2014 wird von einer Wachstumsrate in Höhe von 5,5 % ausgegangen; sie liegt somit seit 2012 stabil über 5 %. Im Jahr 2010 lag sie noch bei nur 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr.

Begründet liegt dieser positive Trend in einer klugen Fiskalpolitik und einer langsam greifenden Strukturreform zur Verbesserung des Investitionsklimas.

 

Das Wirtschaftswachstum pro Kopf liegt mit 2,6 % nun innerhalb bzw. etwas über dem Durchschnitt der Region Sub-Sahara Afrikas. In 2011 war der Pro-Kopf-Anteil mit 0,7 % deutlich unterhalb des regionalen Durchschnitts von 2 %. Gebremst wird das Pro-Kopf-Einkommen allerdings von der hohen Geburtenrate, die bei 2,9 % liegt (Stand: 2012). 

 

Die positive Wirtschaftsleistung ist hauptsächlich im Agrarsektor und hier besonders in der Baumwollproduktion

© Beninese authorities; IMF staff estimates & projections; IMF country report 14/150
© Beninese authorities; IMF staff estimates & projections; IMF country report 14/150

begründet sowie in der Wirtschaftsleistung des Hafens zu finden. Die Baumwollproduktion stieg um 28 %; jedoch wird man wohl Einschränkungen in der Baumwollqualität zu verzeichnen haben, da aufgrund des lang anhaltenden Konflikts zwischen Regierung und Baumwollproduzenten die Ernte nicht rechtzeitig verarbeitet werden konnte und zu lange dem wechselhaften Wetter ausgesetzt war.

 

Die Steuereinnahmen sind hingegen nach wie vor zu gering. Der wachsende Agrarsektor zeichnet sich ja dadurch aus, dass er eher im informellen Sektor beheimatet ist, in dem keine Steuern gezahlt werden. Die Regierung hat eine Steuerverwaltungsreform initiiert und bereits erste Erfolge verzeichnet, aber eine weitreichende Durchsetzung muss erst noch greifen.

 

Der Anstieg an privaten Investitionen um 6 % (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) darf nicht darüber hinweg täuschen, dass die Konditionen für Investitionen weiterhin deutlich verbessert werden müssen. Nur wenn der positive Investitionstrend anhält und die Wirtschaftsleistung im formalen, also steuerzahlenden Sektor, erwirtschaftet wird, kann dies zu nachhaltigem Wachstum und letztlich zu Armutsreduzierung führen.

 

 

*IMF Country Report 14/150 - Benin; Washington, Juni 2014