Wissen Sie, wieviel Spaß Arbeiten in Guatemala machen kann?

Voluntariat bei Nuestro Futuro (© Sarah Weinand)
Voluntariat bei Nuestro Futuro (© Sarah Weinand)

Abenteuer Freiwilligenarbeit in Guatemala

05.04.2014 von Sarah Weinand

 

"Ich war gerade mit meinem Studium fertig, als ich beschlossen hatte, eine Auszeit zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium zu nehmen. Da ich schon Spanisch-Vorkenntnisse hatte, war die Entscheidung nach Lateinamerika zu gehen, schnell gefallen. In welches Land ich wollte, wusste ich nicht, also buchte ich einfach einen Flug nach Mexiko und machte mich auf den Weg. Schnell merkte ich, dass Mexiko ein überwältigend schönes Land ist, aber eben nicht das, wonach ich suchte. Da war der Entschluss, nach Guatemala weiterzuziehen nach nur zwei Wochen gemacht.

 

Den Moment, als ich in einem klapprigen Chicken-Bus saß und acht Stunden durch die guatemaltekische Landschaft gefahren bin, werde ich so schnell nicht vergessen. Bis heute weiß ich nicht, wo ich an diesem Tag überall war, aber es war ganz sicher ein Abenteuer. Die Fahrt war ruckelig, der Bus überfüllt, die Menschen neugierig, hilfsbereit und freundlich zugleich und die Landschaft atemberaubend. Da wusste ich gleich: hier bin ich richtig. In Antigua angekommen, gab es keinen Zweifel mehr, die Magie des kleinen Ortes hatte mich sofort gepackt. Die wunderschönen kolonialen Bauwerke, die farbenfrohen kleinen Gassen, die gemütlichen Restaurants und zahlreichen Bars, all das eingerahmt von riesigen

© Sarah Weinand
© Sarah Weinand

Vulkanen. Antigua lädt einfach zum Wohlfühlen ein und ich bin mir sicher, wer einmal in Antigua war, der kommt wieder.

 

Gemeinnützige Organisationen in Antigua gibt es viele und wer einmal dort ist, hat schnell auch die richtige für sich gefunden. Ich hatte mich entschlossen, in einer Grundschule zu unterrichten, so entschied ich mich für Ninos de Guatemala. Am Morgen unterstützte ich die Klassenlehrerin des ersten Schuljahres im Unterricht und bei der Unterrichtsvorbereitung. So lernte ich schnell die Strukturen und Lehrmethoden kennen. Wir übten mit den Kindern das Alphabet, Lesen und die Zahlen. Ich war überrascht, wie viele Kinder schon zu Beginn des ersten Schuljahres einfache Wörter lesen und auch schreiben konnten. Am Nachmittag durfte ich dann eigene Unterrichtsfächer gestalten und auch unterrichten. Ich entschied mich für Kunst und Geographie für die unteren Jahrgangsstufen. Es war fantastisch zu sehen, wie kreativ die Kinder sind. Wir bastelten Traumfänger, malten den Maya-Kalender, zeichneten Weltkarten und lernten Tiere aus den unterschiedlichsten Ländern kennen.

 

Die Kinder haben sich schnell an mich gewöhnt. Wir spielten, tobten und kuschelten in den Pausen. Die Kids liebten es zu erzählen, was sie im Unterricht Neues gelernt hatten. Stolz stellten einige Kinder mir sogar ihre Geschwister und Familienangehörige vor. Ich war beeindruckt über die Aufgeschlossenheit der Kinder, über das Vertrauen des Teams, aber vor allem über die Tatsache, dass jeder von jedem zu lernen schien. Auch ich lernte Tag für Tag von den Kindern, besonders über mich selbst. Oft hatte ich das Gefühl, dass die Energie und Stimmung, die ich mit in die Schule brachte, sich direkt auf den Gesichtern der Kinder widerspiegelte. Das gemeinsame Lernen und Spaßhaben schweißte uns zusammen und machte den Abschied schwer.

 

Alles fing an mit einem neuen Abenteuer, mit einer neuen Herausforderung. Es endete mit einer kleinen Veränderung, vor allem für mich selbst. Ich habe ein kleines Stück meiner Zeit und meiner Verbundenheit gegeben und habe viel Freude, Glück und Dankbarkeit zurückbekommen. Das sind wohl die wertvollsten Dinge, die ich mit auf meinen Weg und nach Hause nehmen konnte.

 

Ich kam nach Guatemala, um zu unterrichten, doch ich habe viel mehr gelernt, als ich hätte lehren können. Nun ist es an der Zeit, das Glück und die Freude mitzunehmen, egal wohin ich gehe. Das wird wohl die größere Herausforderung sein."

 

Sarah ist vor zwei Monaten nach Deutschland zurückgekehrt und setzt sich nun von hier aus tatkräftig für unsere Partnerorganisation „Ninos de Guatemala“ ein. Wir danken ihr sehr herzlich für ihren Bericht!

 

Sie haben Interesse, selbst praktische Erfahrungen in Guatemala zu sammeln? Warum nicht an unserer Partnerschule "Nuestro Futuro" voluntieren? Nähere Informationen finden Sie hier oder sprechen Sie uns an. Sie sprechen kein Spanisch? Macht nichts: Absolvieren Sie einfach einen Sprachkurs in Antigua. Auch hierbei ist Ihnen unsere Partnerorganisation gern behilflich.