Wo lebt die jüngste Bevölkerung der Welt?

© Brühl Stiftung
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Während sich Deutschland Gedanken über seine langsam veraltende Gesellschaft und niedrige Geburtenraten macht, haben die meisten Entwicklungsländer ein entgegen gesetztes Problem: Sie haben eine zu junge Bevölkerung und ein zu hohes Bevölkerungswachstum.

 

Das Durchschnittsalter in Uganda liegt bei 15,5 Jahren. Damit hat Uganda die jüngste Bevölkerung der Welt. Zum Vergleich: In Deutschland ist die Bevölkerung im Durchschnitt 43,7 Jahre alt. 

 

Wir haben heute einen kleinen Ausflug in die Datenbank der Stiftung Weltbevölkerung unternommen und unsere Partnerländer verglichen:

 

  • Anteil der Bevölkerung, der jünger als 15 Jahre alt ist:

 

Benin     Uganda     

Subsahara   

Afrika

Guatemala   

Lateinamerika/

Karibik              

 43 %    49 % 42 % 41 %

 

28 %


Zum Vergleich:

Deutschland: 13 %;

Europa: 16 %;

weltweit: 26 %

 

Am anderen Ende sieht die Pyramide spiegelverkehrt aus:

 

  • Anteil der Bevölkerung, der älter als 64 Jahre ist:

 

Benin     Uganda     

Subsahara   

Afrika

Guatemala   

Lateinamerika/

Karibik              

 3 %    2 % 3% 4 % 7 %

 

Zum Vergleich:
Deutschland: 21 %

Europa und weltweit: 16 %

 

  • durchschnittliche Geburtenrate pro Jahr:
 
Benin     Uganda     

Subsahara   

Afrika

Guatemala   

Lateinamerika/

Karibik              

 2,7 %    3,3 % 2,6 % 2,5 % 1,1 %

Zum Vergleich:

Deutschland: -0,1 %
 
Wie man sehen kann, ist der Anteil an jungen Menschen in all unseren Partnerländern sehr hoch. Das stellt eine große Herausforderung dar. All diese Länder sind sehr arm. Um die Armut zu reduzieren, müssen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten auch die Ärmsten erreichen. Das ist leichter gesagt, als getan, denn ein Großteil der armen Bevölkerung lebt auf dem Land in weit abgelegenen Gegenden. Das Menschenrecht auf Schulbildung kostet Geld, das diese Länder nicht haben. Das führt dazu, dass es viel zu wenig Schulen gibt. Der Schulweg beträgt in Uganda nicht selten 3 bis 5 km. Das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel ist der Fußmarsch. Viele öffentliche Schulen sind unterfinanziert: ausreichender Schulraum fehlt, was zu einer Klassenstärke von über 100 SchülerInnen führt; Lehrergehälter sind so gering, dass die Lehrer Zweitjobs nachgehen müssen, wodurch sie Unterricht ausfallen lassen.
 
Aber auch wenn mehr Menschen die Schul- und Ausbildungszeit erfolgreich beenden, so müssen ausreichende und adäquate Arbeitsplätze vorhanden sein. Es muss ein ermutigendes Klima zur Unternehmensgründung geschaffen werden mit verlässlichen Rechtsverhältnissen. 
 
Dies sind nur ein paar wenige Punkte, um die Situation zu veranschaulichen. Die Zusammenhänge sind natürlich viel komplexer. Die Staaten selbst sind gefordert, Korruption Einhalt zu gebieten, Steuereinnahmen zu erhöhen, Haushaltsgelder sinnvoll und armutsreduzierend einzusetzen und für eine gerechtete Vermögensverteilung zu sorgen. Dies und noch viel mehr kann ihnen nicht abgenommen werden. Je breiter und höher der Bildungsstand der Bevölkerung ist, je mehr kann sie sich einmischen und ihre jeweilige Regierung zur Verantwortung ziehen. Dafür lohnt es sich, in Bildung zu investieren.  
 
Quellen:
Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (hier)
Datenbank der Stiftung Weltbevölkerung (hier)