Uganda und Klimaschutz?

© Marlies Jansen
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Uganda beendet im nächsten Jahr seine Vorbereitungsphase im Rahmen der UN-Initiative zur Verringerung der Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern, der sogenannten REDD bzw. REDD Plus Initiative.

 

Entwicklungsländer, die sich der REDD Initiative anschließen, erhalten Kompensationszahlungen für überprüfbare CO2 Emissionsreduzierungen durch:

  • Waldschutzmaßnahmen (REDD)
  • nachhaltige Waldbewirtschaftungsformen und
  • Verbesserung der Wirtschaftslage von Waldbewohnern (REDD Plus)

Die Idee ist, den Schutz und die Aufforstung von Wäldern den beteiligten Ländern finanziell attraktiv zu machen. Es gibt eine mehrjährige Vorbereitungsphase, in denen die Länder beraten werden und erste finanzielle Unterstützung erhalten. Ugandas Vorbereitung läuft seit 2012.

 

An der Finanzierung beteiligen sich die Länder zu einem geringen Teil mit ihrem Haushaltsbudget; der Großteil stammt aus dem Readiness Fund und dem Carbon Fund der Weltbank (im Rahmen der Forest Carbon Partnership Facility - FCPF) sowie von Geberorganisationen und -ländern. Es ist eine Form der sektorgebundenen Entwicklungszusammenarbeit, auch SWAp (sector-wide approach) genannt.

 

Uganda, auch als "Grünes Herz Afrikas" bezeichnet, gehört zu den Ländern mit einer hohen jährlichen Waldvernichtungsrate. War Ugandas Landfläche im Jahr 1890 noch zu 35 % bewaldet, so waren es 1990 nur

 

 

© Marlies Jansen
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noch 24 % und 2011 ganze 17 % (UNDP/NEMA/UNEP, 2009. Die Zahlen variieren je nach Quelle). Jährlich werden ca. 2,2 % der Waldfläche in Uganda vernichtet (FAO). 

 

Mit der Abholzung geht ein steigender CO2 Emissionsstoß einher.

 

Die Gründe für die Abholzung sind vielfältig, wie z.B.:

 

  • hohes Bevölkerungswachstum, verbunden mit hohen Armutszahlen:
    Die Bevölkerung, die in Armut lebt, ist zum Überleben auf den direkten Konsum des Naturangebots angewiesen. Sie braucht Holz, um sich eine Unterkunft zu zimmer, das gerodete Land, um Nahrung anzubauen. In Uganda leben ca. 24,5 % der Menschen unterhalb der nationalen Armutsgrenze, die bei ca. 1,25 US$/Tag Kaufkraftparität liegt; 27,% leben in ländlichen Gebieten (UNHS 2009/10), also fast ein Drittel der Bevölkerung ist die Natur direkt angewiesen. Das hohe Bevölkerungswachstum von durchschnittlich 3,25 % pro Jahr trägt zur weiteren Abholzung bei, da mehr Menschen mehr Land benötigen;
  • unzureichende Rechtsgrundlage bei Landrechten:
    Die arme Landbevölkerung ist auf die illegale Nutzung von Land angewiesen, da sie sich zum einen aufgrund ihrer Armut keinen legalen Landkauf leisten kann, zum anderen sind die Voraussetzungen für den legalen Grunderwerb in weiten Teilen des Landes noch immer schlecht, teilweise auch unmöglich. Landbesitzer leben oft in unsicheren Rechtsverhältnissen und können daher leicht von ihrem Grund und Boden vertrieben werden. Tritt dies ein, suchen sie sich einen anderen Ort, was wiederum die Waldrodung beschleunigt;
  • die Ausdehnung der Agrarproduktion,
    um die rasant wachsende Bevölkerung ausreichend zu ernähren, trägt zur Beschleunigung von Abholzung bei;
  • wachsender Energiebedarf:
    Durch die Zunahme der Bevölkerung steigt der Energieverbrauch. Der Ausbau alternativer Energiegewinnung z.B. durch Wasserkraftwerke ist noch sehr gering. 90 % des Energiebedarfs in Uganda werden durch Holz und Holzkohle gedeckt.

 

  • Aber auch im Industriesektor steigt der Nutzholzverbrauch rasant, weil Holz z.B. zur Herstellung von Zement, PVCs, Farbe etc. benötigt wird. Schätzungen zufolge übersteigt die jährliche Nachfrage an Nutzholz im Industriebereich das Zweifache der nachhaltigen Abholzungsgrenze.

 

Quellen:

  • "REDD Readiness Preparation Proposal for Uganda" (April 2011)
  • "REDD and Sustainable Development - Perspective from Uganda", Working Paper 2010, Gorettie Nabanogo, Justine Nambaalwa, Edward Ssenyonjo; International Institute for Environment and Development (UK) and Makerere University (Uganda)